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Fußball

„Ich war, und bin es immer noch, davon überzeugt, dass ich durch Training und Arbeit an allen anderen vorbeiziehen kann.“ (Oliver Kahn)

Jeder Internatsschüler erhält, dank des auf die Bedürfnisse der Sportler abgestimmten Stundenplans der Schule, 4 mal pro Woche im Vormittagsbereich ein auf seine Stärken und Schwächen abgestimmtes Training. Dabei wird im Kleinfeldbereich ein besonderer Schwerpunkt auf die saubere technische Ausführung bei hoher Wiederholungszahl gelegt und im Großfeldbereich auf den Gruppentaktischen Bereich. Ergänzt werden diese Bereiche durch eine präzise Individualanalyse der Schüler, die mit Testungen im Bereich Athletik, Beweglichkeit, Schnelligkeit sowie sportlichen Fähigkeiten durchgeführt werden.

Außerdem wird dieses Vormittagstraining durch das Mannschaftstraining im DFI Bad Aibling e.V., wobei größter Wert auf die taktische Ausbildung der Spieler gelegt wird, oder den Partnervereinen (FC Bayern München, TSV 1860 München, SpVgg Unterhaching, FC Kufstein, TSV 1860 Rosenheim, Sportbund Rosenheim) in denen die Internatsschüler teilweise spielen, abgerundet.

Unsere sportlicher Leiter und sein Team arbeiten mit jedem einzelnen Spieler exakt an den Punkten, die im Vereinstraining zu kurz kommen oder gar nicht berücksichtigt werden können. Diese Ausrichtung des Deutschen Fußball Internates garantiert die Verbesserung eines jeden Internatsschülers im sportlichen Bereich.

Der nahezu tägliche in den Stundenplan integrierte Fußball bietet einzigartige Möglichkeiten, um Jugendliche zu erziehen. Wegen seiner Handlungsorientierung, seinen Inhalten und seinem Spielcharakter ist der Fußball in der Lage psychosozialer Schlüsselqualifikationen zu stärken.

Des Weiteren bietet der Fußball in unserem System eine Kompensationsfunktion, in dem er in Zusammenhang mit Bewegungsfreiräumen in der Schule ein Ausgleich in der kopflastigen Institution Schule ist. Er unterbricht den Schulunterricht sinnvoll und gibt den Schülern die Möglichkeit, wieder frei im Kopf zu werden, ihr Befinden zu verbessern und damit die Leistungsfähigkeit in den Schulstunden nach dem Fußball zu steigern.

Sportunterricht, in unserem Fall der Fußball, ist das mit Abstand beliebteste Schulfach und wird von den Schülern und Lehrern gleichermaßen gut benotet. Dieser ist damit – zusammen mit weiteren Schulsportaktivitäten – ein wichtiger Baustein zur Herstellung eines positiveren „inneren Klimas“.

Die positiven Werte des Fußballs sind jedem bekannt, sollen aber auch hier nochmals ins Gedächtnis gerufen werden:

  1. Gesundheit, Fitness, Wohlbefinden, Ausgleich
  2. Eindruck, Erlebnis, Sensation
  3. Ausdruck, Ästhetik, Gestaltung
  4. Leistung, Aktivierung, Selbstbewährung
  5. Spiel, Spannung, Abenteuer, Wagnis
  6. Miteinander, Geselligkeit, Gemeinschaft

Aber das wichtigste Argument für den Fußball ist, dass das Erbringen optimaler kognitiver Leistungen einen Wechsel zwischen geistiger und körperlicher Beanspruchung voraussetzt sowie einen Wechsel zwischen Konzentration und Erholung.

Für die Trainingsarbeit stehen für die Trainer folgende Methoden im Mittelpunkt:

  • Ein auf jeden Schüler Individuell abgestimmter Trainingsplan
  • Es wird unterschieden in Grundlagen (bis zum 12. Lebensjahr), Aufbau (bis zum 13-14. Lebensjahr) und Leistungsbereich (ab dem 15. Lebensjahr)
  • Es werden die Stärken gestärkt und die Schwächen abgeschwächt
  • Die Schüler werden weder unterfordert noch überfordert, sondern gefordert
  • Die Ausbildung erfolgt vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten und vom Einfachen zum Komplexen
  • Die Trainer arbeiten nach dem Prinzip: „Vormachen – Nachmachen – Üben“

Um diese Methoden umsetzen zu können, beschäftigt Das Deutsche Fußball Internat professionell ausgebildete Trainer, arbeitet mit spezialisierten, externen Unternehmen zusammen und ist bestrebt, den Schülern zu vermitteln, dass Erfolg drei Buchstaben hat – TUN (J.W. v. Goethe).

Individualität

Ein großer Baustein im Konzept des Deutsche Fußball Internats ist die individuelle Ausbildung. Das bedeutet, dass die Trainer die Möglichkeit haben, in kleinen Gruppen an den Stärken der einzelnen Sportler und gleichzeitig an den Schwächen der anderen Sportler zu arbeiten.

An einem Beispiel aus dem Fußball könnte es folgendermaßen aussehen: Der Trainer hat fünf Spieler in seiner Gruppe, einen Torwart, der Probleme mit Fernschüssen hat, zwei defensiven Mittelfeldspieler, denen die Aggressivität im Zweikampf fehlen, und zwei Angreifer, die einen präzisen Schuss aus der Entfernung haben und gut im Offensivzweikampf sind. Anhand der Fähigkeiten der Spieler konzipiert der Trainer die Trainingseinheit und kann in einer Einheit an den individuellen Stärken der Angreifer arbeiten und dadurch gleichzeitig im Bereich der individuellen Schwächen der Defensivspieler und des Torhüters arbeiten.

Dies ist die optimale Ergänzung zu jedem Vereinstraining, vor allem, wenn man sich die Wiederholungszahlen der Schüler im Vergleich zum normalen Vereinstraining vor Augen führt. Am deutlichsten wird dies durch ein simples Torschusstraining. Wer hat nicht die Situation erlebt oder gesehen, bei der 15 Spieler in einer Reihe zentral vor einem Tor stehen und von einem Trainer den Ball aufgelegt bekommen. Sie schießen auf das Tor und stellen sich hinten wieder an. Nimmt man jetzt noch an, dass ein Spieler am Tor vorbeischießt und seinen Ball holen muss und dadurch einen vollen Durchgang verpasst, ist es durchaus realistisch, dass er in so einer Trainingseinheit maximal 5-mal auf das Tor schießt. Da die Jugendlichen in der Regel zwei bis drei Mal pro Woche trainieren und auch nicht in jeder Trainingseinheit Torschuss auf dem Programm steht, kommt so ein Junge auf maximal 50 Torschüsse pro Monat. Diese Zahl erreicht ein Schüler des  Deutschen Fußball Internats bereits in einer Trainingseinheit mit der Kleingruppe im Vormittagsbereich und wird den normalen Vereinsspieler im Bereich der Wiederholungszahlen pro Monat um das zehn bis 20-fache überflügeln. Zusätzlich wird er bei jeder Ausführung von einem professionellen Trainer gecoacht und verbessert.

Hier kommt die 10.000 Stundenregel des US-Psychologen Anders Ericsson ins Spiel. Der hatte schon vor einigen Jahren in einer Studie diese aufgestellt bzw. belegt, als er herausfand, dass sich jeder mit einer Sache mindestens 10.000 Stunden beschäftigen müsse, bevor er über die nötigen Kenntnisse verfüge, um in seinem Bereich überhaupt zur Weltspitze gehören zu können. Anfangs hat er Weltklassesolisten, gute Violinisten und Musiklehrer untersucht. Diese Gruppen haben sich nur in einem einzigen Bereich unterschieden, in der Anzahl der geübten Stunden, d.h. die Weltklassesolisten haben bis zu ihrem 20. Lebensjahr rund 10.000 Stunden geübt; die guten Violinisten brachten es auf 8.000 Stunden und die Musiklehrer nur auf 4.000 Stunden. Auch bei Studien mit Pianisten, Basketballspielern, Komponisten, Schlittschuhläufern, Schachspielern, etc. ergab sich das gleiche Muster, dabei kamen Wissenschaftler immer wieder auf die gleiche Zahl, die wahres Expertentum ausmacht: 10.000 Stunden.

Das Erstaunliche an diesen Untersuchungen ist, dass die Wissenschaftler nie auf „Naturtalente“ stießen, die mühelos und mit einem Bruchteil der Übungsdauer in die Weltspitze vorgestoßen wären. Andererseits fanden sie aber auch keine „Rackerer“, die mehr geübt hätten als alle anderen, ohne jemals Weltklasseformat zu erreichen. Die Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass sich die Weltklasse(-athleten, -menschen, etc.) sich lediglich darin unterscheiden, wie viel sie arbeiten. Sie übten nicht einfach nur mehr oder viel mehr als die Übrigen. Sie übten sehr viel mehr.

Das Besondere am Deutschen Fußball Internat ist, dass den Jugendlichen mit dem Ziel erfolgreich Leistungssport zu betreiben die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen geboten werden, diese 10.000 Stunden erreichen zu können, um in den professionellen Bereich ihres Sports vorzustoßen. Dies ist möglich durch Kleinstgruppen Training, durch hohe Wiederholungszahlen und entsprechende Anzahl an Trainingseinheiten unter professioneller Betreuung.

Ganzheitlicher Ansatz

Um die Betreuung der Schüler abzurunden, wurde der DFI Bad Aibling e.V. gegründet, ein Sportverein für die Spieler des Deutschen Fußball Internats. In diesem Verein können die Schüler im Anschluss an den Schuluntereicht noch ihr Vereinstraining absolvieren. Die Schüler trainieren dann im Mannschaftsverbund auch mit den Trainern, die vormittags die Kleinstgruppen leiten. Das heißt, ihnen stehen auch im Verein die gleichen Trainingsbedingungen und Trainer zur Verfügung, wie in der Schule. Dadurch ist es möglich, die Schüler auch im Verein nach den Prinzipien des Deutschen Fußball Internats auszubilden. Außerdem stehen den Spielern von der Gruppe bis zur höchsten Jugendliga alle relevanten Plattformen zur Verfügung, um sich optimal Weiterzuentwickeln und sich für höhere Aufgaben zu präsentieren.

Dadurch wird sichergestellt, dass die Ausbildung der Spieler verbessert wird, mit ihnen konstruktiv gearbeitet wird und auch im Verein Werte vermittelt werden, wie Disziplin, Verantwortungsbewusstsein, Teamgeist, Respekt, Zuverlässigkeit usw. Dabei steht die Ausbildung der Spieler über dem Erfolg, wodurch im Gegensatz zum normalen Verein jeder Spieler ausreichend Einsatzzeit erhält, womit sich alle Spieler weiterentwickeln und durch mehr Freude am Training und Spielbetrieb eine Identifikation mit dem Verein und der Schule entwickeln.

Resümee

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Fußballkonzept des Deutschen Fußball Internats in Kombination mit dem DBBC (privat Schule) einzigartig in Deutschland ist. Es wird nicht nur der vom Bayerischen Kultusministerium vorgegebene Lehrplan erfüllt, er wird sogar erweitert. Dies ist möglich, aufgrund optimaler Sportstätten, durch Kooperationen mit Vereinen, Verbänden, Ärzten und Privatunternehmen und professionell ausgebildeten Trainern und Lehrern. Sie alle sorgen dafür, dass die jungen Fußballer auf ihrem eingeschlagenen Weg zum Spitzensportler bestmöglich betreut und gefördert werden. Jetzt liegt es einzig und allein an den DFI Schülern, das vielfältige Angebot anzunehmen und selber alles für das Erreichen der gesteckten Ziele zu geben.

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